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Dr.Cuno Raabe

1888 bis 1971

1. Bürgermeister der Stadt Hagen von 1926 bis 1929, Oberbürgermeister der Stadt Hagen von 1929 bis März 1933

Zu den ersten prominenten Opfern des politischen Terrors in der Region gehörte der angesehene Hagener Oberbürgermeister Dr. Cuno Raabe.

Nach seiner Wahl zum Bürgermeister 1926 und drei Jahre später zum Oberbürgermeister war der profilierte Zentrumspolitiker zur Zielscheibe der Nationalsozialisten geworden.
Anfang Februar 1933 hatte Raabe ein letztes Mal das Missfallen von Dr. Joseph Goebbels erregt.

Der einflussreiche Gauleiter von Berlin und zukünftige Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda (ab 12. März 1933) musste nach dem Veto Raabes auf eine groß angelegte Wahlkampfkundgebung in Hagen verzichten, die mit dem (von Cuno verbotenen) Zusatz „Für Juden und Jesuiten verboten“ plakatiert werden sollte.

Als die SA am 6. März 1933 die Hakenkreuzfahne auf dem Rathausturm hissten, protestierte Cuno Raabe energisch gegen diese widerrechtliche Aktion.
Zwei Tage später forderten die Spitzen der Hagener NSDAP-Fraktion in der Stadtverordneten-Versammlung, der Kreisleiter Heinrich Vetter (1890-1969) und der Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Römer, von dem neu eingesetzten Regierungspräsidenten in Arnsberg, Dr. Max von Stockhausen, die sofortige Entlassung des Oberbürgermeisters.

Raabe kam diesem Vorhaben zuvor und ließ sich noch am selben Tag aus Krankheitsgründen beurlauben; die formale Entlassung aus dem Staatsdienst folgte im August 1933 durch das am

7. April 1933 erlassenen „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“.