Gerne möchte ich mich euch vorstellen und erzählen warum ich diese Seite ins Leben gerufen habe.

Im Jahre 1963 bin ich, Manfred, in die Großfamilie Höhmann hinein geboren worden.

Die ersten vier Jahre meines Lebens wohnten wir in Boeleheide.

In Anbetracht der Tatsache, dass mein kleiner Bruder als achtes Kind das Licht der Welt erblicken sollte, zogen wir in eine der beiden „Eickenvillen“, in das sogenannte Buscheyviertel.

Dort lernte ich eine große Anzahl an Freunden aber auch Menschen kennen, die Rang und Namen hatten.

So kam es auch dazu, dass ich die Hagener Prominenz näher kennen lernte.

Frau Turck, eine geborene Eicken (Stahlwerke Harkort und Eicken) wohnte im selben Haus.

Herr Grothe, mit seiner Marzipanfabrik, war unser direkter Nachbar zur Rechten in der Dömbergstraße, sowie Dr. Hartl (Chefarzt des Allgemeinen Krankenhauses), der zur Linken in der zweiten „Eickenvilla“ in der Grünstraße wohnte.

Für Frau Lieselotte Funcke führte ich oft ihren Hund Imka aus.

Rita Zorn, die Hagener Operndiva, unterhielt sich ebenfalls häufig mit mir.

Als kleiner Junge war mir nicht bewusst, welche Persönlichkeiten diese Menschen waren und auch deren Geschichten waren für mich nicht immer interessant.

So z.B. die endlosen Erzählungen von Frau Elsbeth Söding, eine geborene Halbach (Stahlwerke Söding und Halbach), für die ich zweimal pro Woche einkaufen ging.

Sie erzählte Geschichten von der „riesigen Zigarre“, die über den Hagener Dächern schwebte (Graf Zeppelin), die viele Hagener damals in großes Erschrecken versetzte aber auch zum Staunen brachte.

Ich konnte mir diese Dimensionen nicht vorstellen, kannte ich doch nur den kleinen Werbezeppelin, der oftmals in den 70ern zur Abendstunde den Hagener Himmel befuhr und seine Wicküler-Werbung leuchtend verbreitete.

Mit vielen Hagener Geschichten wuchs ich also auf.

Ich heiratete, wurde Familienvater, beruflich war ich sehr eingespannt und die Jahre gingen dahin.

Hagen war mein Geburtsort und meine Heimat – mehr nicht.

Vor etwa drei Jahren aber wollte ich wissen, wie Hagen vor dem 2.Weltkrieg aussah.

Man hörte immer wieder von den schönen Häusern mit ihren Türmchen, von denen heute immer noch Reste stehen.

Also stöberte ich im Internet und hielt nach Bildern Ausschau.

Vereinzelt wurde ich fündig aber es waren halt nur wenige Bilder.

Doch mit der Zeit stieß ich auch auf Seiten, wie die der Hagener Stadtgeschichte, dem Stadtarchiv, des Hagener Heimatbundes und diverse Andere.

Außer einer Fülle an Bildern gab es dazu auch viele Geschichten und Erklärungen, die mich in ihren Bann zogen.

Die Erkenntnis, dass Hagen nicht nur eine einfache Stadt ist, sondern eine bemerkenswerte Geschichte hat, verstärkte mein Bedürfnis nach weiteren Informationen.

So erwarb ich nach und nach einige Bücher, die sich mit der Hagener Architektur, Geschichte, Kultur und insbesondere mit der Entstehung der Stadt befassten.

Zeile um Zeile studierte ich das Gelesene, Fotos von Häusern, Straßen und Wegen ordnete ich den Stadtvierteln zu.

Alte Stadtpläne und Geländezeichnungen ergaben immer mehr Einsicht.

Mittlerweile – wenn ich durch Hagen fahre – sehe ich die Häuser von den alten Fotos genau an der Stelle stehen, wo sie einst standen oder umgebaut heute noch stehen.

Zu diesen Häusern gehörten aber auch Personen; ihre Besitzer oder Erbauer, meist gutbetuchte Familien mit bekannten Namen.

Moll, Osthaus, Funcke, Dahlenkamp, Eicken, Elbers, Söding und Harkort – all diese Namen sind eng verbunden mit der Hagener Geschichte.

Ja, sogar stammen etliche Hagener Familien von den Geschlechtern dieser Urfamilien ab.

So verwundert es nicht, dass die Chronik dieser Familien letztendlich Hagen zu dem machten, was es heute ist.

Betrachtet man nur mal die Chronik der Sippschaft Harkort, dann wird man erstaunt sein, wie prägend doch diese Familie für Hagen und ihre Umgebung in der Grafschaft Mark war.

Ein Sprössling der Harkorts sticht dabei besonders hervor.

Es war Friedrich Wilhelm (Fritz). Wegen seines Lebenswerks sind schon etliche Bücher geschrieben worden.

 

Nicht umsonst hat er den Beinamen „Urvater des Ruhrgebiets“.

 

Wenn wir die Geschichte Hagens betrachten, erkennen wir schnell welche Zeiten und welche Ereignisse so prägend waren.

Auch wird uns bewusst, dass unser Hagen nicht die Stadt von heute wäre, wenn wir nicht unsere Umgebung miteinbeziehen.

Als Hagen noch ein Flecken bzw. Kirchspiel in der Grafschaft Mark war, besaßen Dörfer wie Wetter, die Freiheit Wetter und Volmarstein, die Vest Recklinghausen, Hamm und Iserlohn mehr Macht und Befugnisse und wirkten indirekt auf unsere Heimat ein.

Entscheidend jedoch für uns war, dass wir heute, wie auch schon vor hunderten von Jahren, als Verkehrsmittelpunkt galten.

So gab es die Nord-Süd-Achse von Hamburg über Hagen nach Frankfurt oder die West-Ost-Achse von Köln bis Berlin, die topographisch unweigerlich über die Ennepestraße ins Volmetal führte. Diese Wege wurden als Handelswege genutzt.

Die vier Flüsse, die dazu noch das großräumige Volmetal durchquerten, sorgten dafür, dass es erste größere Ansiedlungen im Bereich Böhle, Wehringhausen und im Bereich der heutigen Johanniskirche gab.

Wir dürfen nicht vergessen, dass Hagen damals ein kleines Kirchspiel war. Wehringhausen, Böhle und Haspe waren eigene Dörfer.

Solingen z.B. galt damals bereits – und das ist ernst gemeint – als Ausland, da Solingen vom Erzbistum Berg regiert wurde.

Unsere Umgebung gehörte dagegen der Grafschaft Mark an. Dies bedeutete auch „Andere Sitten, andere Bräuche“. Kleinkriege zwischen benachbarten Regionen und Dörfer waren nicht selten.

In dieser Zeit kam es unserer Heimat zu Gute, dass einige Klingenschmiede Solingen verließen und beim Bergamt Wetter vorsprachen und um Genehmigung baten ihr Handwerk in unserer Region auszuüben.

Dies musste jedoch vom großen Kurfürsten befürwortet werden.

Der große Kurfürst begrüßte diese Anfrage zu gern, lag es doch in seinem Interesse.

Dies führte dazu, dass sich die Klingenschmiede nach einigen Disputen in Eilpe ansiedelten.

Bei den Eilper Bürgern traf diese Entscheidung nicht auf große Begeisterung, zumal gewisse Häuser den Klingenschmieden Unterkunft gewähren mussten.

Beschwerden von Seiten der Bürger, wie auch der Schmiede, führte letztlich dazu, dass in Eilpe u.a. eine Häuserreihe, die unter spärlichsten Auflagen gebaut wurde, entstand.

Wir kennen sie als die“Lange Riege“. Wirtschaftlich dürfte dies wohl der Anfang des ersten „großen Booms“ gewesen sein.

Weiterhin wurden unsere Flüsse dazu genutzt, diese z.B. aufzustauen und mit Hilfe der Wasserkraft, Mühlen und Hammerwerke in Betrieb zu nehmen.

Da wir reich an Flüssen sind, war die Anzahl der Werke sehr hoch.

Dies führte natürlich zu einer größeren Ansiedlung, einer größeren Wirtschaft und zu guter Letzt zur Stadtwerdung.

Die Entwicklungen und deren Geschichten lassen sich nicht in den paar Zeilen erzählen.

Ich kann nur einen groben Überblick geben.

Erschreckend empfinde ich es nur, dass diese wichtige Geschichte unserer Heimat in der Schule nur angerissen wurde. Es sollte zur Pflicht gemacht werden, einen gewissen Prozentsatz an Geschichtsstunden ausschließlich der Heimatgeschichte zu widmen.

Da es mir nicht möglich sein wird, dies zu ändern, möchte ich zumindest meinen Beitrag leisten unseren Bürgern, insbesondere den Jüngeren, unsere Hagener Geschichte mit dieser Webseite in einfachen Worten näher zu bringen.

 

Möge es mir gelingen!