Wir Hagener sind Markaner

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Wappen der in märkischer Hand vereinigten Grafschaften ,Kleve und Mark, später des Herzogtums Kleve und der Grafschaft Mark. Darstellung aus dem Scheiblerschen Wappenbuch 1450–1480

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Kurzfassung

 

Die Grafschaft erstreckte sich zu beiden Seiten der Ruhr entlang von  Volme und Lenne, zwischen dem Vest Recklinghausen der Freien Reichsstadt Dortmund, dem Fürstbistum Münster, der Grafschaft Limburg, den Herzogtümern Westfalen und Berg, der Grafschaft Gimborn, der Reichsabtei Werden und dem Reichsstift Essen.

Weiter unten in der Karte erkennt man Hagen im Herzen der Grafschaft Mark.

Die Grafen von der Mark zählten im Hochmittelalter zu den mächtigsten und einflussreichsten westfälischen Regenten im Heiligen Römischen Reich.

Ihr Name geht auf ihre Residenz Burg Mark bei dem heute zur Stadt Hamm gehörenden Dorf Mark zurück.

 

Er lebt heute weiter im Namen des Märkischen Kreises der 1975 gegründet und in der geographischen Bezeichnung Märkisches Sauerland

 

Geschichte

Grafschaft Mark (1180–1391)

 

In den Jahren 1160/61 spalteten sich die Grafen von Altena von den Grafen von  Berg ab.

Die so entstandene Grafschaft Altena wurde ab 1180 in einer erneuten Erbteilung zwischen den Söhnen des Grafen von Altena aufgeteilt.

Der jüngere Sohn Adolf erhielt um 1198 die Besitzung um den Oberhof Mark bei Hamm.

Diese war um 1170 von dem Edelherrn von Rüdenberg, Rabodo von der Mark, an den Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg veräußert und an Rabodo zurückbelehnt worden und war danach entweder im Wege des Verkaufs von Rabodos Lehnsrecht oder durch Neubelehnung nach Rabodos Tod an Adolfs Vate Friedrioch von Berg Altena gelangt.

Adolfs Vater errichtete 1198/1199, kurz vor seinem Tod, zugunsten seines neugeborenen Sohnes auf dem zum Oberhof Mark gehörenden Burghügel die Burg Mark.

Adolf verlegte seinen Hauptsitz dorthin, und er, wie auch das von ihm abstammende Geschlecht, nannte sich fortan " von der Mark".

 

In der Schlacht von Worringen 1288 kämpfte Graf Eberhard von der Mark auf der Seit Brabants und seines Verwandten, des Grafen von Berg.

Eberhard bezog somit Stellung gegen seinen Lehnsherrn, den Erzbischof von Köln, in dessen Funktion als Herzog von Westfalen.

Da Brabant mit seinen Verbündeten siegreich war, konnte die Grafschaft Mark in der Folgezeit die Vormachtstellung im südlichen Westfalen erlangen und wurde politisch von Köln unabhängig. Engelbert III. von der Mark erwarb 1359 von den Grafen von Sayn die Lehnsherrschaft über Bilstein und  Fredeburg.

1363 starb die Linie der Herren von Bilstein aus; die Herrschaft wurde von Engelbert eingezogen und verblieb bis zum Ende der Soester Fehde in der Hand der Grafen von der Mark.

Mit dem Friedensschluss gelangten Bilstein und Fredeburg an Kurköln.

1388 und 1389 beteiligte sich Engelbert an der Großen Dortmunder Fehde; sein Hauptbündnispartner war der Kölner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden.

Die Fehde endete mit einem Friedensschluss unter Vermittlung Soests.

Dortmund zahlte je 7000 Gulden an Mark und Kurköln; die „freiwillige“ Zahlung, die auf Druck Soests zustande kam, wurde jedoch nicht im Friedensschluss festgehalten.

Militärisch hatten weder Mark und das Erzbistum Köln noch die Stadt Dortmund die Oberhand gewonnen.

Dortmund erlitt jedoch erheblichen wirtschaftlichen Schaden und war daher zu diesem Kompromissfrieden gezwungen.

Engelbert befand sich fast während seiner gesamten Regierungszeit im Krieg mit dem Erzstift Köln und anderen Herren in Westfalen.

Er starb 1391 an der Pest.

Kleve-Mark (1391–1521)

Adolf III. von der Mark, der Sohn Adolf II. von der Mark und Margaretes von Kleve, erwarb 1368 die Grafschaft Kleve.

Nach dem Tod seines älteren Bruders Engelbert III. von der Mark, der ohne männliche Nachkommen 1391 starb, trat er dessen Nachfolge als Graf von der Mark an, und beide Grafschaften wurden erstmals in Personalunion vereinigt.

1417 wurde die Grafschaft Kleve zum Herzogtum erhoben und die Herrscher nannten sich nun Herzöge von Kleve und von der Mark.

Beide Territorien gehörten später zum Niederrheinisch Westfälischen Reichkreises.

Als Folge der Soester Fehde (1444–1449) gelangte die Stadt Soest mit der Soester Börde  unter die Herrschaft des Herzogs von Kleve und Mark und damit in enge Verbindung zur Grafschaft Mark.

Das Verhältnis der Stadt Soest zu ihren neuen Herren war von sehr weitgehender Selbstverwaltung geprägt.

 

Die Vereinigten Herzogtümer mit der Grafschaft Mark, dem Kondominat Lippstadt  (Lippe) und demHerzogtum Geldern sowie der Grafschaft Zutphen die von 1538 bis 1543 Teile der Vereinigten Herzogtümer waren, sowie der Vogtei des Stiftes Essen um 1540

Das älteste Schatzbuch Schatboik in Mark aus dem Jahre 1486 wird heute im Staatsarchiv Münster aufbewahrt.

Die an Herzog Johann II.. zu zahlende allgemeine Landsteuer wurde auf den Landtagen zu Wickede am 24. April und 4. Mai 1486 beschlossen. Weitere Steuerlisten zur Erhebung derTürkensteuer stammen aus 1542 und 1598.

1521 starb Johann II. von Kleve - Mark, und sein Sohn Johann, seit 1511 Herzog von Jülich Berg, trat auch die Nachfolge in Kleve-Mark an.

Er bildete damit die Vereinigten Herzogtümern Jülich, Kleve und Berg, wodurch er zum mächtigsten Fürsten im deutschen Westen wurde.

1609 starb das Herrschergeschlecht des Hauses Mark im Mannesstamm aus, und die Grafschaft Mark gelangte bei der Teilung der Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg zusammen mit dem Herzogtum Kleve und der Grafschaft Ravensberg zunächst provisorisch und 1666 beim Erbvergleich dann definitiv an den Kurfürsten und Markgrafen von Brandenburg (Jülich Klevischer Erbfolgestreit).

In der Grafschaft existierten insbesondere seit der preußischen Zeit, nicht zuletzt auch gefördert durch eine merkantilistische Wirtschaftspolitik, verschiedene überregionale bedeutsame vorindustrielle Verdichtungszonen.

Dazu zählten die Drahtherstellung im Raum Altena und die Herstellung von Sensen an derEnneperstrasse.

Vor diesem Hintergrund wurde auch der Steinkohlebergbau gefördert.

Im Jahr 1753 kam es zu einer grundsätzlichen Neuordnung der zivilen Lokalverwaltung; es wurden nun getrennte Verwaltungs- und Gerichtsbezirke eingerichtet.

Die Grafschaft Mark bestand fortan aus vier „Landrätlichen Kreisen“ (Altena, Hamm, Hörde und Wetter) und zwei „Steuerrätlichen Kreisen“ (Städte-Kreis nordwärts der Ruhr und Städte-Kreis südwärts der Ruhr) sowie aus sechs Landgerichtsbezirken ( Altena, Bochum , Hagen, Hamm, Lüdenscheid und  Unna).

 

 

 

Großherzogtum Berg (1807–1813)

Infolge des Vierten Koalitionskriegs wurde die Grafschaft 1807 im Frieden von Tilsit von Preußen an Frankreich abgetreten.

Napoleon verband durch ein Dekret vom 1. März 1808 die Grafschaft Mark sowie weitere Gebiete mit dem im Zusammenhang der Gründung des 1806 entstandenen Großherzogtum Berg.

Mit der Einführung französischer Verwaltungsstrukturen im Großherzogtum wurde die Grafschaft Mark dem Ruhrdepartment zugeordnet.

Mit Napoleon Bonaparte Niederlagen in Russland und bei derVölkerschlacht bei Leipzig sowie Napoleons erster Abdankung endete die großherzogliche Herrschaft.

Als zuvor preußischer Besitz fiel die Grafschaft Mark schon Ende 1813 an Preußen zurück.

Der märkische Besitz Preußens wurde in der Schlussakte des  Wiener Kongresses (1815) bestätigt.

 

Preußen (1813–1918)

Am 30. April 1815 wurde die Grafschaft Mark in die preußische Verwaltungsreform einbezogen; der Regierungssitz wurde trotz ursprünglich anderer Entscheidung von Hamm nach Arnsberg verlegt, so dass die Grafschaft ein Teil des neugeschaffenen Regierungsbezirk Arnsberg wurde, der auch das ehemals kurkölnische Herzogtum Westfalen umfasste und den südlichen Teil der preußischen Provinz Westfalen bildete. Kurz darauf wurde die Verwaltung durch die neugebildeten Kreise ergänzt. Der Name der Grafschaft Mark blieb als regionale Landschaftsbezeichnung erhalten; zudem wurde der Titel Graf von der Mark bis 1918 vom preußischen König bzw. Deutschen Kaiser geführt.

 

Von 1753 bis 1808

Im Jahr 1753 wurde im Wege einer Verwaltungsreform in der Grafschaft Mark die Kreisverfassung eingeführt.

Die Grafschaft wurde in vier Kreise eingeteilt.

Diese waren

  • der  Hammische Kreis

  • der  Hoerdische Kreis

  • der Altenaische Kreis

  • der Wettersche Kreis

 

Ab 1815

Das Gebiet der Grafschaft Mark umfasste die Kreise Altena, Bochum,  Dortmund,  Hagen, Hamm, Iserlohn (teilweise) und Soest (teilweise). Damit war die Grafschaft als Verwaltungseinheit endgültig nicht mehr existent.

Heute entspricht dieses Gebiet in seiner Gesamtheit ungefähr dem Ennepe Ruhr Kreis, dem Märkischen Kreis, Teilen des Kreises Soest und des Kreises Unna, den kreisfreien Städten Bochum, Hagen und Herne sowie großen Teilen von Dortmund, der Südhälfte von Gelsenkirchen bis zur Emscher, kleineren Teilen von Essen und den südlich der Lippe liegenden Stadtbezirken von Hamm.

 

Herrscher

Die ersten Herrscher entstammten der Seitenlinie Berg-Altena des Hauses Berg.

Berg erlosch 1225 im Mannesstamm; das Erbe ging an die Erbtochter und damit an das Haus Limburg.

Das verbliebene Haus Berg-Altena teilte sich 1180 in die Linien Altena-Isenberg und Altena-Mark.

Aus der Linie Altena-Mark erwuchs das Haus Mark, das bis zum Jahr 1609 die Grafschaft Mark innehatte.

1609 erlosch das Haus Mark, nachdem der letzte Herzog von Jülic, Kleve und Berg, Graf von der Mark und zu Ravensberg, Herr zu Ravenstein, kinderlos und geisteskrank verstorben war.

Das Erbe in der Grafschaft Mark traten die Markgrafen von Brandenburg aus dem Haus Hohenzollern 1609 zunächst gemeinsam mit dem Haus Pfalz - Neuenburg an; das Kondominat der erbberechtigten Fürsten endete jedoch schon bald mit dem Jülisch - Klevischen Erbfolgestreit in einer De - facto-Erbteilung, die 1666 endgültig bestätigt wurde.

Die Grafschaft löste sich nach den Koalitionskriegen als Verwaltungseinheit endgültig im preußischen Gesamtstaat auf; der Titel des Grafen von der Mark wurde jedoch erst mit der Abdankung Kaiser Wilhelms II. aufgehoben.

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